Mit der Einführung des Digitalfunk BOS, der auf der TETRA Funktechnologie basiert, kamen wie immer, wenn es zur Einführung eines neuen Funkstandards kommt, Bedenken auf. So vermutete man negative Auswirkungen sowohl auf die Gesundheit der Menschen als auch auf die Umwelt, wenn diese dem Elektromagnetischen Feld der BOS Basisstationen ausgesetzt sind. Um die Situation aufzuklären, wurden nicht lange vor der flächendeckenden Einführung vom Bund einige Studien in Auftrag gegeben, um die gesundheitlichen Folgen von TETRA zu evaluieren. Die Ergebnisse konnten schließlich die Bedenken weitestgehend zerstreuen.

Digitalfunk als mögliche Bedrohung für Umwelt und Menschen

Grundsätzlich verhält es sich bei elektromagnetischer Strahlung so wie bei etwa chemischen Substanzen: Die Dosis macht das Gift. Elektromagnetische Strahlung ist grundsätzlich überall, selbst ohne Technologie. Selbst die Erde umgibt ein natürliches (wenn auch schwaches) elektromagnetisches Feld, in welchem wir leben. Wir können uns dieser als Mensch also niemals vollständig entziehen. Schädlich ist im Grunde nur jene Strahlung, die zu viel des Guten ist. Dies äußert sich in thermischer Erwärmung unseres Gewebes, was im schlimmsten Fall erhebliche gesundheitliche Folgen haben kann. Grundsätzlich gilt, je höher die Frequenz der Strahlung, umso höher die Belastung für Körper und Umwelt.

So viel zu den Fakten. Bei modernen Funknetzen wird meist auf hochfrequente Strahlung gesetzt, und diese ist für den Körper bei weitem nicht so natürlich und unbedenklich wie natürliche allgegenwärtige Strahlung – wenn eben gewisse Grenzwerte überschritten werden. Und wenn es um die Einführung neuer Funkstandards geht, geht nahezu immer auch ein Aufschrei in der Bevölkerung einher:

Denn die Frequenzen, die genutzt werden, verursachen möglicher Weise Problem bei den Menschen, und können letztlich krank machen. Auch mit dem Beschluss, einen unabhängigen Digitalfunk für die sicherheitsrelevanten Behörden und Organisationen in Deutschland einzuführen, kamen derartige Bedenken auf.

Aus diesem Grund ordnete der Bund gleich drei große Studien an, um das Gefahrenpotential des TETRA Funks zu evaluieren. Auch Belgien, die Niederlande und Großbritannien führten ähnliche Studien durch. Denn auch dort entschied man sich für TETRA als neuen digitalen Funkstandard.

Studienergebnisse – weitgehende Entwarnung

Aufgrund der Ergebnisse der besagten Studien konnte insgesamt Entwarnung gegeben werden. Auf der Website der BDBOS, welche das BOS Netzwerk betreibt, ist folgendes nachzulesen:

“Bei allen bislang durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen gibt es keinen Hinweis darauf, dass sich die bei TETRA verwendeten Funkwellen bei Einhaltung gesetzlich vorgegebener oder empfohlener Grenzwerte nachteilig auf die Gesundheit auswirken. “

Die Studien waren mit unterschiedlichen Bereichen beschäftigt:

Die erste Studie, durchgeführt vom Kompetenzzentrum für Schlafmedizin der Berliner Charité, untersuchte mögliche Einflüsse einer Exposition mit TETRA-Funksignalen auf die Gehirnaktivität im Wachzustand und im Schlaf. Das Zitat zum Ergebnis der Studie:

“Die Ergebnisse zeigen kein von den Endgeräten des Digitalfunks BOS ausgehendes gesundheitliches Risiko auf.”

Eine weitere Studie untersuchte die SAR-Werte. Die durchführende Institution, das BfS evaluierte, inwiefern beim Gebrauch von TETRA-Endgeräte, die im BOS-Digitalfunknetz verwendet werden, Temperaturerhöhungen im Körper und detailliert im Bereich des Kopfes unter besonderer Berücksichtigung des Auges auftreten können. Hierbei ging es also hauptsächlich um die Gesundheit der Einsatzkräfte, wie etwa bei Feuerwehr oder Polizei, welche die Geräte nutzten. Bei allen denkbaren realistischen Nutzungsformen der Geräte, konnte bei dieser Studie ebenfalls Entwarnung gegeben werden.

Die dritte Studie, durchgeführt vom Bundesamt für Strahlenschutz, beschäftigte sich mit Literatur, um die Übertragbarkeit von Ergebnissen zwischen unterschiedlichen Frequenzbereichen festzustellen. Auch hier zeigte sich, dass die Strahlungswerte in ähnlichen Ausmaßen wie die bereits etablierten Funknetze nicht beeinträchtigen auf die Gesundheit der Menschen wirken.

Insgesamt konnte also gleich durch drei Studien belegt werden, dass die Strahlungswerte verursacht durch die elektromagnetischen Felder an Basisstationen wie Endgeräten des BOS Digitalfunks keinerlei Gesundheitsrisiken für die Menschen in unmittelbarer Umgebung mit sich brachten.

Grenzwerte von Funkstandorten

Die Ergebnisse sind eindeutig, und das verwundert gerade dann nicht, wenn man sich näher ansieht, wie Grenzwerte bei elektromagnetischer Strahlung überhaupt festgelegt werden. Der Gesetzgeber hat zum Schutz der Bevölkerung gleich eine ganze Reihe von Grenzwerten festgesetzt, um zu verhindern, dass die Gesundheit der Deutschen durch Strahlung eingeschränkt werden kann.

Grundlage dieser Grenzwerte ist der Basisgrenzwert der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung ICNIRP. Dieser liegt um das 50-Fache unter der eigentlichen Wirkschwelle, und ist somit äußerst konservativ gewählt. Der Grund für diese äußerst restriktiv angesetzte Schwelle ist, dass auch außerordentlich gefährdete Menschen wie etwa schwer kranke, Kleinkinder und Schwangere keine Bedenken zu haben brauchen.

Diese Zahlen haben sich bewährt, sodass derzeit laut BDBOS kein Grund besteht, die Grenzwerte einer Revision zu unterziehen.

Regelmäßige Überprüfungen der tatsächlichen Strahlenbelastung

Um sicherzustellen, dass die Grenzwerte auch beim BOS Funknetz in Deutschland nicht unterschritten werden, werden regelmäßig Messungen durch die Bundesnetzagentur durchgeführt. Auch automatische Messsysteme werden an einigen typischen Standorten installiert. Eines davon steht in Potsdam. Solche automatischen Messsysteme beziehen nicht nur eine Strahlenquelle mit ein, sondern die gesamte Belastung, der die Menschen vor Ort ausgesetzt sind. Die regelmäßigen Messungen in Potsdam zeigen, dass an den Basisstation des BOS Digitalfunknetzes die Grenzwerte deutlich unterschritten werden.

Welche Belastung verursachen elektromagnetische Strahlung beim Menschen?

Grundsätzlich ist also in Sachen Belastung durch das BOS Digitalfunknetz Entwarnung zu geben, wie die Studien und Messungen belegen. Der Funk, über den Feuerwehr, Polizei und Rettung kommunizieren stellt von der Belastung her keine Gefahr für den Menschen dar.

Grundsätzlich ist elektromagnetische Strahlung nur dann eine potentielle Gefahr, wenn diese im hochfrequenten Bereich auftritt. Und dann auch nur wenn die Intensität und Dauer der Belastung eben die Grenzwerte dauerhaft überschreitet – und das ist eben zu keinem Zeitpunkt der Fall.

Das ist der BOS Digitalfunk

Der im Jahr 1996 beschlossene Umstieg der sicherheitsrelevanten Organisationen und Behörden von analogen auf digitalen Funk führte zur Einführung des Digitalfunks BOS. Der auf dem TETRA Funkstandard basierende Digitalfunk ist seit dem Jahr 2016 flächendeckend in Deutschland verfügbar. Zum BOS zählen unter anderem folgende wichtige Organisationen und Behörden:

– Polizeifunk

– Feuerwehrfunk

– Rettungsfunk

– Funk der Zollbehörden

– Funk des Katastrophenschutzes

Der Digitalfunk BOS wird von der BDBOS in Stand gehalten, und brachte den Nutzergruppen einige Vorteile wie eine verbesserte Netzabdeckung, moderne Verschlüsselung, Datentransfer und programmierbare Kommunikationsstrukturen.

Fazit

Auch der Digitalfunk BOS musste sich zu Beginn viel Kritik stellen, und stand im Verdacht, negative gesundheitliche Auswirkungen auf die Menschen in Deutschland zu haben. Gleich mehrere Studien über den TETRA Funkstandard, welchen der BOS-Funk nutzt, führten jedoch zu dem Ergebnis, dass die konservativen Grenzwerte in Deutschland zu keiner Zeit überschritten werden. Zusammenfassend kann man also sagen, dass der Umstieg von analogen auf digitalen Funk durchwegs wichtige Vorteile und Verbesserungen für die Arbeit der BOS gebracht hat, ohne zugleich das Risiko aufkommen zu lassen, dass negative gesundheitliche Folgen für die B

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