5G, die neue, superschnelle und responsive Datenfunktechnologie wird nach und nach in ganz Deutschland verfügbar. Die Rettung, aktuell noch auf den TETRA Funk sowie LTE angewiesen, hat davon aber derzeit noch nicht allzu viel. Aber wie würde 5G die Rettung überhaupt nutzen? Welche Vorteile würden sich auch für eine solch wichtige Organisation durch den neuen Funkstandard ergeben?

Wie 5G auch die Arbeit der Rettung revolutionieren wird

Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit pro Sekunde verspricht 5G auf dem Papier. Ebenso Latenzzeiten im Millisekunden-Bereich. Alleine diese beiden Eigenschaften werden schon bald völlig neue Möglichkeiten für viele Branchen, wie dem Internet der Dinge, der Unterhaltungsindustrie, vor allem im Gaming Bereich, und etwa der Automobilindustrie durch autonomes Fahren bieten. Aber nicht zuletzt auch die Rettungskräfte werden durch 5G neue Möglichkeiten erhalten, die deren Arbeit entscheidend verbessern helfen wird. Das sind die spannendsten, sich bereits heute abzeichnenden Entwicklungen, die 5G der Rettung bringen wird:

Integration von Drohnen-Daten

Grundsätzlich geht es bei der Integration von 5G Technologie vor allem um Daten. Und Daten sind auch für Einsatzkräfte wie die der Rettung von hohem Wert, wie man etwa anhand des Beispiels von Drohnendaten erkennen kann. Stellen Sie sich vor, es geschieht ein Unfall in einem nicht gut einsehbaren Gebiet. Mithilfe von Drohnen kann man schon heute rasch eine Übersicht über die Situation erhalten, schon lange bevor erste Einsatzkräfte vor Ort angekommen sind, und sich ein detailliertes Bild gemacht haben. Die Videodaten der Drohne könne direkt ausgewertet werden, sodass Einsätze in ihren Kapazitäten und an notwendiger Technik zur Rettung von Menschen rechtzeitig vor Ort gebracht werden können. So spart man sich wertvolle Zeit, die mitunter Menschenleben retten kann.

Öffentliche Kameras

Längst sind vor allem in städtischen Gebieten an vielen Stellen Überwachungskameras angebracht. Zugriff auf diese Daten über den aktuellen Rettungsfunk zu erhalten, ist aufgrund der sehr geringen Daten, die mit dem TETRA Funk übermittelt werden können, derzeit völlig undenkbar. Dazu kommt noch, dass der TETRA Funk nicht mit den kommerziellen Datenfunksystemen kompatibel ist. Die Verfügbarkeit von 5G für die Rettung würde es theoretisch ermöglichen, auch auf solche Kameradaten zuzugreifen, was vor allem bei der großflächigen Einschätzung von Situationen im öffentlichen Raum von großer Hilfe sein kann.

Gesichtserkennung

Hierbei handelt es sich eher um Spekulation, da es wohl datenschutzrechtliche Hürden zu bewältigen gäbe: Angenommen eine Person mit einer schweren Verletzung wird ohne Ausweis und bewusstlos von der Rettung vorgefunden. Mithilfe von Gesichtserkennung könnte man nun mittels 5G rasch eine Aufnahme der Person mit Gesundheitsdatenbanken abgleichen, und die Person identifizieren. So kann man etwa rasch die Blutgruppe oder andere wichtige gesundheitliche Aspekte erfahren, oder Kontakte zu Verwandten herstellen. In China wird bereits flächendeckend Gesichtserkennung eingesetzt. So umstritten und problematisch diese ist, hinsichtlich der gesundheitlichen Frage und dem genannten Beispiel wäre Gesichtserkennung wohl kein Nachteil.

Internet der Dinge

Das Internet der Dinge ist ein viel gebrauchter Begriff, der für viele Menschen aber noch nicht wirklich greifbar ist. Das Internet der Dinge besteht zu einem großen Maß aus Sensoren, die Daten generieren. Und fast überall, wo Technologie ist, gibt es Sensoren. Auch die Rettung hat insbesondere in ihrer Fahrzeugflotte ein gigantisches Arsenal an Sensoren, die alle möglichen Daten liefern. Allein um diese Fahrzeugflotte und alle möglichen Geräte in Schuss zu halten, wäre etwa eine KI-basierte Auswertung der Sensordaten theoretisch eine überaus gute Möglichkeit, alles auf besonders effiziente Weise in Top Zustand zu halten. Diese Daten über das 5G Netz zu versenden und auszuwerten, wäre ein logischer Schritt.

Smart City

Es steht außer Zweifel, dass die sogenannten Smart Cities ohne 5G kaum realisierbar sind. Denn eine Stadt, die durch smarte Anwendungen effizienter und lebenswerter gemacht werden soll, generiert eine gigantische Zahl an Daten, die allesamt ausgewertet und genutzt werden müssen, um etwa KI-basierte Effizienzsteigerungen zu erzielen. Dies wird beispielsweise essentiell dafür sein, eine staufreie Stadt zu schaffen. Und auch für Rettungsfahrzeuge, die so schnell wie möglich Patienten transportieren müssen, sind solche Anwendungen eine überaus spannende Sache. So könnte etwa der Verkehrsstrom derart gesteuert werden, dass Einsatzfahrzeuge bevorzugt werden, sodass diese noch schneller an ihr Ziel gelangen, als dies schon heute durch Blaulicht, Sirene und Rettungsgassen der Fall ist.

Sicherheit der Rettungskräfte

Die Rettung ist oft Helfer in buchstäblich letzter Not. Dies bringt aber mitunter mit sich, dass Einsatzkräfte sich selbst in Gefahr bringen, um anderen Menschen das Leben zu retten. In manchen Fällen ist die Situation so unübersichtlich, dass Risiken zu Unrecht eingegangen werden, oder ganz einfach nicht mehr sinnvoll sind. 5G Konnektivität kann in dieser Hinsicht wertvolle Dienste leisten. Dann wenn etwa Sensoren, die an den Rettungskräften selbst angebracht sind, oder sich in der Umgebung befinden (wie etwa die erwähnten Drohnen), können mitunter Gefahren, die für die Rettungskraft nicht gleich erkennbar sind, eingeschätzt, und entsprechende Warnsignale gegeben werden. Ein Beispiel hierfür sind etwa Situationen wie CO2-kontaminierte Keller, in welchem sich bewusstlose Personen befinden. Die Retter könnten selbst verunglücken, wenn nicht ein Sensor, der den Sauerstoffmangel erkennt, Alarm schlägt, und die Rettungskraft daran hindert, sich der Gefahr auszusetzen.

Die hier genannten Beispiele sind nur einige wenige, die aufzeigen, wie viele Vorteile auch für die Rettung durch die Nutzung von 5G Technologie entstehen könnten. Allerdings ist es wohl ein weiter Weg, bis die Rettung solche Technologie nutzen können wird. Denn zum einen befindet sich der Ausbau des 5G Netzes derzeit noch in den Kinderschuhen. Zum anderen nutzt die Rettung aktuell den doch etwas in die Jahre gekommenen TETRA Funkstandard, der weit davon entfernt ist, 5G ähnliche Eigenschaften zu besitzen, was den Umgang mit Daten anbelangt. Allerdings gibt es Seitens der BDBOS Bestrebungen, ein solches Netz zu entwickeln. Ein solches Netz würde dann auch von anderen sicherheitsrelevanten Organisationen wie der Polizei und der Feuerwehr genutzt werden. Aktuell ist aber noch völlig unklar, ob die entsprechenden Funkfrequenzen überhaupt zur Verfügung stehen. Ein entsprechendes Frequenz-Vergabeverfahren ist für 2021 angesetzt, doch die Privatwirtschaft pocht ebenfalls darauf, diese Frequenzen nutzen zu können.

Falls die BDBOS bei dieser Frequenzvergabe leer ausgehen sollte, müsste man wohl oder übel die derzeit gerade entstehenden privaten 5G Netze nutzen. So bedenklich dies aufgrund von Sicherheitsfragen sein würde, so sinnvoll wäre dies wohl in finanzieller Hinsicht. Denn der Aufbau eine 5G Netzes ist extrem teuer. Die Frage, ob es nun eigene ultraschnelle Funknetze für Rettung, Feuerwehr und Polizei geben wird, oder nicht wird wohl spätestens im kommenden Jahr nicht zuletzt auf politischer Ebene geklärt werden müssen. Man darf gespannt sein.

 

HKT steht seit 1972 für Kompetenz und Flexibilität auf dem Telekommunikationsmarkt. Als eines der führenden Unternehmen in den Bereichen Engineering und Operations sorgen wir bundesweit sowie auch international für funktionierende Infrastrukturen im Festnetz- und Mobilfunkmarkt. Mit über 300 Mitarbeitern im strategischen und operativen Bereich unterstützen wir Telekommunikationsanbieter und Unternehmen bei der Entwicklung, Umsetzung und dem Betrieb von Infrastrukturen.

Für geschäftliche Anfragen kontaktieren Sie uns gerne unter info@hkt.de

Unsere Leistungen im Bereich des Mobilfunks im Überblick:

 

  • Standortplanung / Behördenmanagement
  • Statik / Konstruktionsplanung
  • Projektmanagement
  • Aufbau Infrastruktur
  • Installation und Inbetriebnahme
  • Transportnetze
  • GSM-R-Systeme
  • Abschlussdokumentation (inkl. VSWR-, TDR- und PIM-Messung)
  • Mangelbehebung & Optimierung
  • Messfahrten in allen Funknetzsystemen mittels ROMES
  • HF-Anlagen
  • Diverse Systemtechniken
  • Systemtechnik-unabhängige Rollouts und Swaps
  • WLAN-Turn-key
  • Inhouse-Turn-key (Gebäudeversorgung)

Bildnachweis / Lizenz: #272168624