TETRA ist ein technisch ausgereifter Mobilfunkstandard, der bereits in den 80er Jahren entwickelt wurde. Die BDBOS, Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben hat sich für TETRA entscheiden, um mit dem BOS Funk in das digitale Zeitalter einzutreten.

Wie modern ist aber TETRA wirklich?

Und kann es den Anforderungen der Zukunft standhalten?

Immerhin geht die Entwicklung in technologischer Hinsicht, gerade was Digitalfunk und Internet betrifft, zunehmend schneller von statten. Gerade von aktuell besonders innovativen Bereichen wie künstlicher Intelligenz, Augmented Reality und Big Data könnten die betreffenden Behörden und Organisationen schon bald besonders profitieren.

Hier erfahren Sie mehr darüber, wie fit Polizeifunk, Feuerwehrfunk und Rettungsfunk für die Zukunft ist und wie der BOS schon heute abschneidet, wenn es darum geht, den Einsatzkräften ihre Arbeit so leicht wie möglich zu machen.

TETRA als beste Lösung für den Digitalfunk

Als man sich im Jahr 1996 im Innenministerium der Bundesrepublik Deutschland dazu entschloss, auf den Digitalfunk für die Einsatzkräfte mit sicherheitsrelevanten Aufgaben umzustellen, war man sich schnell einig, dass die Wahl auf TETRA fallen würde. Immerhin handelt es sich um den damals fortschrittlichsten Standard, der im Bereich Digitalfunk verfügbar war. Die Umstellung hat schließlich fast zwei Jahrzehnte in Anspruch genommen und heute ist TETRA im BOS im ganzen Land im Einsatz. Das mit Erfolg – die zahlreichen Vorteile des von TETRA haben sich bewährt, selbst wenn sie erst nach und nach in all ihren Möglichkeiten genutzt werden.

Die wichtigsten Funktionen, die TETRA brachte

Die Funktionen, die durch die Umstellung auf Digitalfunk seit TETRA in Deutschland verfügbar sind, haben nicht zuletzt viele positive Auswirkungen auf die Arbeit der Einsatzkräfte. Zu den wichtigsten Funktionen, die TETRA ermöglicht, zählen:

  • verschlüsselter Funk
  • zielgerichtete Kommunikation
  • die Koordination zwischen den Kommandos wird auch bei großen Einsätzen wesentlich einfacher
  • Datenübertragung
  • Übertragung der GPS-Daten

Mit diesen Funktionen wurden die Möglichkeiten am Einsatz deutlich erweitert. Zugleich wird die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöht. Man kann daher zweifellos sagen, dass der Funk durch TETRA im modernen Kommunikations-Zeitalter angekommen ist. Auch wenn man die Situation der sicherheitsrelevanten Behörden und Organisationen international betrachtet, zeigt sich, dass man seitens der BDBOS was die Auswahl der Technologie betrifft, offensichtlich den richtigen Weg gewählt hat.

TETRA international verbreitet

Denn ein gutes Zeichen dafür, dass eine Technologie ihren Nutzen hat, ist wenn sie gerne und häufig angewendet wird. TETRA ist, so kann man sagen, überaus erfolgreich in vielen Ländern im Einsatz. So nutzt nicht nur in Deutschland sowohl die Feuerwehr als auch die Rettung und Polizei TETRA, sondern auch in anderen EU-Ländern wie Österreich, Italien und Kroatien ist der Funkstandard im Einsatz. Auch in Skandinavien hat man sich für den TETRA Digitalfunk entschieden, ebenso in Portugal und in Großbritannien.

Wie Zukunftsfit ist TETRA?

Der Ausbau des BOS mit dem TETRA Funkstandard hat dem Bund ebenso wie den Ländern Milliarden gekostet – bis der Standard landesweit verfügbar war, sind viele Jahre vergangen. Klar ist, dass der Umstieg auf digitalen Funk notwendig war, um den aktuellen Anforderungen an die Einsatzkräfte gerecht zu werden. Wenn man allerdings noch weiter in die Zukunft blickt, wird klar, dass es TETRA aber wohl selbst schon bald ein Update brauchen wird.

Denn die Anforderungen der Einsatzkräfte der Zukunft werden sich nochmals stark verändern. Zumindest dann, wenn man an einer weiteren Verbesserung ihrer Arbeit interessiert ist. Denn neue Technologien erfordern fast durchwegs deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten, als TETRA bieten kann:

Big Data und Künstliche Intelligenz
Die etwa von der Polizei zur Verkehrssteuerung verwendet werden kann. Aber auch die Feuerwehr könnte mit Hilfe dieser Technologien möglicher Weise etwa Großbrände und andere Katastrophen effektiver Bekämpfen.

Predictive Computing
In vielen Ländern ist Predictive Computing bereits bei der Polizei im Einsatz. So kann durch den Einsatz von solchen Technologien etwa die Kriminalitätsrate gesenkt werden.

Augmented Reality
Datenbrillen können sowohl für Polizei, als auch für Feuerwehr und Rettungskräfte im Einsatz wertvolle Informationen liefern, die den Einsatz sicherer und effektiver machen.

Man sieht, die Zeit steht nicht still, und so stolz man auf die Arbeit der sicherheitsrelevanten Organisationen und Behörden sein kann, so sehr muss man auch an der weiteren Verbesserung ihrer Arbeit interessiert sein. Die Bereitstellung bestmöglicher Technologie sollte daher eine selbstverständliche Sache sein, zumal sie im direkten Interesse der Bevölkerung ist.

Wer in Anbetracht wohl erneut notwendiger enormer Investitionen der BDBOS Kritik an der langfristigen Planung übel will, sollte sich allerdings bewusst machen, wie schnell die technologische Entwicklung aktuell vonstatten geht. So war es beispielsweise noch in den 90er Jahren noch unvorstellbar, dass schon bald jeder Mensch in Besitz eines Smartphones sein würde, welches die Leistungsfähigkeit eines damaligen PCs bei weitem in den Schatten stellt.

Ähnlich verhält es sich auch mit Funktechnologien – Standards wie LTE und vor allem das nun kurz vor der Einführung stehende 5G waren vor der Jahrtausendwende in ihrer Bedeutung kaum zu antizipieren, und schon gar nicht planbar. Zumal die entsprechende Technologie noch gar nicht verfügbar gewesen ist

Was TETRA nicht bieten kann

Die Einsatzkräfte der Zukunft, welche wohl mit Augmented Reality-Geräten ausgestattet sein werden, sowie mit vernetzen Einsatzfahrzeugen, werden vor allem einen großen Datenhunger haben, welcher naturgemäß über das Funknetz bedient werden wird. Und genau hier liegt die wohl größte Schwäche von TETRA – denn der Funkstandard erlaubt einen maximalen Datenverkehr von lediglich 28,8 Kbit pro Sekunde. Wer sich an die Internet-Geschwindigkeiten um die Jahrtausendwende mit Graus erinnert, wird rasch erkennen, dass mit einem solchen Standard keine sinnvollen Datentransfers im großen Ausmaß möglich sind.

Welche Technologie könnte TETRA ablösen oder ergänzen?

Die Frage ist natürlich, welche Technologie für die vernetzten Einsatzkräfte schon bald zum Einsatz kommen könnte. Naheliegend wäre wohl 5G – doch die Behörden haben bereits abgewunken. Die Daten, die über den Polizeifunk, die Rettung oder Feuerwehr abgewickelt werden, sind viel zu sensibel, um sie über private Funknetze zu versenden. Und selbst dann, wenn man ein eigenes, abgeschlossenes und verschlüsseltes „Netz im Netz“ betreiben würde, wie von privaten Betreibern bereits vorgeschlagen wurde, käme dies nicht in Frage. Zu unsicher wäre nicht zuletzt auch die notwendige Aufrechterhaltung des Funks im Krisenfall.

Die BDBOS wird also mittelfristig in ein weiteres Funknetz investieren müssen. Noch ist zwar unklar, in welchem Frequenzbereich dieses Netz fallen wird (eine Frage der Lizenzen), aber man wird sich wohl im Bund damit auseinandersetzen müssen, schon bald erneut große Investitionen zu tätigen, um den Digitalfunk BOS zukunftsfit zu machen.

Fazit

TETRA ist ein moderner Funkstandard, der in den letzten Jahren flächendeckend vom BDBOS oder den BOS bundesweit verfügbar gemacht wurde. Die ihn nutzenden Organisationen und Behörden haben durch TETRA viele neue Möglichkeiten, welche den Einsatz in vielerlei Hinsicht effizienter macht. Allerdings ist gerade im technologischen Bereich die Entwicklung so schnell, dass auch der bereits in den 80er Jahren entwickelte Funkstandard schon in wenigen Jahren nicht mehr gerecht werden wird – vor allem was die Datenübertragungsraten betrifft. Für die nächsten Jahre ist TETRA also definitiv ein guter Funkstandard. Mittelfristig wird jedoch ein weiteres Upgrade notwendig sein.

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