Drohnen werden in aller Welt immer mehr zu einem normalen Erscheinungsbild. Vor allem für Luftaufnahmen im Multimedia- und Film-Bereich kommen Drohnen zum Einsatz. Aber auch in der Landwirtschaft und nicht zuletzt auch im militärischen Bereich können Drohnen schon jetzt wertvollen, mitunter aber auch umstrittenen Nutzen bringen. Auch in den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) kommen immer mehr Drohnen zum Einsatz. Insbesondere in der Bergrettung, bei der Polizei und bei der Feuerwehr ist das der Fall. Dort erhofft man sich in Zukunft durch den Einsatz dieser modernen ferngesteuerten Fluggeräte viele positive Effekte.

BOS mit Ausnahmen im Drohnen-Flugbetrieb

Dass Drohnen und Multicopter gerade in den BOS immer mehr zum Einsatz kommen oder zumindest getestet werden, kommt nicht von ungefähr. Grundlage für den Boom bei den Fluggeräten in diesen Bereichen ist eine bestimmte Gesetzesnovelle. Diese ermöglicht es den Behörden, Drohnen durch eine Ausnahme in der Luftverordnung ohne Nachweis eines erlaubnisbedürftigen Betriebes zu nutzen. Was in der Privatwirtschaft hin und wieder für Kopfzerbrechen sorgt, fällt also für Polizei und Feuerwehr weg. Voraussetzung ist allerdings, dass der Einsatz dieser Fluggeräte nur zur notwendigen Erfüllung der Aufgaben eingesetzt wird, sowie in Not und Unglücksfällen und natürlich auch bei Katastrophen. Zugleich obliegt es den Einsatzkräften abzuwägen, inwiefern ein Einsatz von Drohnen auch über beispielsweise einer Menschenmenge sinnvoll und nicht etwa zu gefährlich ist. Um für den Fall des Falles gerüstet zu sein, sind die BOS allerdings selbstverständlich dazu verpflichtet, eine entsprechende Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Diese Sonderregelungen haben dazu geführt, dass auch in Deutschland immer mehr Drohnen und andere unbemannte Flugobjekte zum Einsatz kommen, wenn die BOS zur Tat schreitet. Für die Bevölkerung ist dies grundsätzlich eine gute Sache. Denn der Nutzen dieser Luftfahrzeuge kann in bestimmten Situationen enorm groß sein und dazu beitragen, dass Deutschland insgesamt sicherer wird.

Häufig übersehenes Element von Drohnen: Umfassende SensorikViele Menschen sind in Anbetracht dieser Situation vielleicht skeptisch. Denn man fragt sich möglicherweise, weshalb es so wichtig sein soll, Drohnen einzusetzen. Dies kommt daher, weil man oft nicht mehr Nutzungsmöglichkeiten von Drohnen sieht, als deren Funktion, die Umgebung von oben zu filmen, und etwa Lasten zu transportieren. Doch die unbemannten Flugobjekte können weitaus mehr:

Zuallererst sind diese prädestiniert dazu, eine Vielzahl von Sensoren mit sich zu führen. Diese können wertvolle Echtzeit-Daten über den BOS-Funk zu den Einsatzkräften senden. Neben Wärmebildkameras kann etwa die Luft analysiert werden, oder auch Bewegungssensorik zum Einsatz kommen. Aber auch die Gesichtserkennung ist eine Anwendung, die durch Drohnen in größerem Ausmaß möglich wird. Und das auch an Orten, an denen zunächst keine stationären Kameras verfügbar sind.

 

Polizei – Gratwanderung in Sachen Privatsphäre

Für die Polizei eignen sich Drohnen vor allem dafür, um sich in einer bestimmten Einsatzsituation einen guten Überblick zu verschaffen. So können Kameras aus großer Höhe zu deutlich besseren Schätzungen etwa von Personenzahlen bei Großveranstaltungen wie etwa bei Demonstrationen führen. Auch die Gesichtserkennung kann der Polizei wertvolle Dienste erweisen. Man denke etwa an gewalttätige Eskalationen oder Straßenschlachten, bei welchen Täter schneller überführt werden können. Aber auch die Verfolgung von Verbrechern kann etwa eine interessante Anwendung von Drohnen und Multicoptern bei der Polizei sein, sowie die Dokumentation von Einsätzen per Videoaufnahme.

 

Multicopter bei der Feuerwehr können Leben retten

Für die Feuerwehr können unbemannte Flugobjekte vielleicht noch größeren Nutzen leisten. So können Drohnen im Falle eines Brandes, sei es von Wäldern oder großen Gebäuden, rasch einen Überblick liefern, wie groß die zu bekämpfende Fläche insgesamt wird. Dadurch können Einsatzkräfte besser verteilt werden und in entsprechend notwendigen Zahlen alarmiert und hinzugezogen werden. Auch Brandherde können mithilfe von Wärmesensoren besser identifiziert werden. Das führt dazu, dass Großbrände in Zukunft wohl deutlich zielgerichteter und effizienter gelöscht werden können.Und letztlich können Multicopter, wenn auch im kleineren Ausmaß, als dies bislang schon mit Helikoptern geschieht, selbst für Löschdienste eingesetzt werden. Wenn man bedenkt, dass Drohnen wesentlich kostengünstiger sind, und somit wesentlich einfacher auch in großer Zahl verfügbar gemacht werden können, ergibt das doch sehr viel Potential für die Feuerwehr.Zukunftsszenario: Verbesserte Bergrettung durch Drohnen und MulticopterMöglicherweise werden Drohnen schon bald in der Lage sein, Menschenleben zu retten. Vor allem in der Bergrettung könnte das schon früher der Fall sein, als man vielleicht vermuten mag. Man stelle sich vor, Bergsteiger verletzen sich, ohne jede technische Möglichkeit zu kommunizieren in unwegsamen Gelände. Alleine diesen zu finden, kann bereits eine große Herausforderung sein. Mithilfe von Drohnen, die etwa mit Wärmekameras ausgestattet sind, kann dies einfacher zu bewältigen sein. Drohnen oder Multicopter könnten nun dazu eingesetzt werden, die verletzten Bergsteiger mit ersten lebensrettenden Hilfsmitteln erstzuversorgen. So könnte etwa Nahrung ebenso wie Trinkwasser, Medizin oder auch Wärmeschutz mithilfe einer Drohne um ein Vielfaches einfacher und schneller zu den Verletzten gebracht werden. Der Einsatz von Bergsteigern oder mitunter gar von Hubschraubern, die möglicherweise nicht in der Nähe sind, oder aus unterschiedlichen Gründen nicht fliegen können, wäre viel aufwändiger. Die Bergrettung Österreich etwa spekuliert schon einige Zeit mit solchen Einsatzmöglichkeiten, und testet zu diesem Zwecke einen Multicopter.

Und letztlich erscheint selbst der Abtransport eines Verletzten mithilfe eines Multicopters zumindest in der Zukunft denkbar. Solche Transporte können deutlich billiger erfolgen, als wenn man einen Hubschrauber einsetzt.

Ein weiterer Aspekt, der ebenfalls mitunter in den Aufgabenbereich der Rettung fällt, ist die Abschätzung einer Situation etwa bei einem großen Unfall. Beispielsweise ist es bei Massenkarambolagen nicht selten schwierig, den Überblick zu bewahren. Wenn in einer solchen Situation die Anzahl der Verletzten unterschätzt wird, kann dies zu lebensgefährlichen Situationen für die Opfer führen. In solchen Fällen könnten Feuerwehr, Polizei und Rettung über den TETRA-Funk vernetzt werden, und alle gemeinsam auf die Daten einer entsprechenden Drohne zurückgreifen. So kann der gesamte Einsatz sinnvoller organisiert werden, was insgesamt zu verbessertem Krisenmanagement führt.

 

Zeit spricht für Drohnen in BOS

Viele der hier genannten Einsatzmöglichkeiten von unbemannten Fluggeräten erscheinen zwar bislang noch utopisch. Doch die Zeit ist reif für den Einsatz der ersten Drohnen, und diese werden technisch immer ausgereifter. Mit jedem neuen Modell könnten sich die Einsatzmöglichkeiten zusätzlich erweitern. Ganz egal, ob es sich um die Rettung handelt, die Polizei oder die Feuerwehr.

 

Ein weiter Weg

Noch ist es wohl ein weiter Weg, bis Polizei, Feuerwehr, Rettung und andere Behörden Deutschlands prinzipiell mit Drohnen ausrücken. Noch weiter weg sind wir von Situationen, in welchen diese unbemannten Flugobjekte etwa autonom patrouillieren, um die allgemeine Lage zu überwachen. Wenngleich dies Einsatzkräfte entlasten könnte und wohl zu einer allgemein erhöhten Sicherheit führen würde, darf man eines nicht vergessen; Derlei Überwachungsmaßnahmen schränken auch die Privatsphäre zunehmend ein – Sofern man nicht entsprechend parallel Maßnahmen und Richtlinien anpasst.

Allerdings deuten die Zeichen der Zeit eindeutig an, dass Drohnen und Multicopter auch bei den Behörden und Organisationen für sicherheitsrelevante Aufgaben in Deutschland schon bald zum Alltag gehören könnten. Mit welchen Funktionen und Befugnissen, das wird man sehen.

 

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